Was ist so Besonderes an einer 180° Kurve? Man fährt einfach rum und fertig!

Will man meinen… doch so einfach ist es oftmals nicht, zumindest wenn man mit einem Husky-Gespann unterwegs ist.
Warum?

Wir fangen mal klein an: d.h. wir schauen auf eine ganz normale Kurve, nichts Besonderes, genau die, die es so gibt und normalerweiße nicht einmal bemerkt wird.

Hier fängt das Training schon an, denn die Hunde sind bestrebt den kürzesten Weg zu laufen und somit fangen sie die Kurve an zu schneiden. In dem 2 Teile Video “Was macht ein gutes Husky-Gespann aus?” bin ich auf diese Kurven eingegangen. Schon hier ist es wichtig, dass die Hunde auf der rechten Wegseite bleiben und die Kurve auslaufen. Wenn das für mein Gespann zur Normalität geworden ist, kann ich anfangen steilere Kurven zu trainieren.
Worin liegt da die Kunst?

Die Kunst dabei ist, dass das die Hunde erst einmal an der Kurve vorbei laufen (vorausgesetzt ich habe den Platz – wenn nicht, habe ich ohnehin ein ganz anderes Problem). Erst wenn mein Schlitten oder Wagen am Scheitelpunkt der Kurve angekommen ist und ich schon in die Kurve eingelenkt habe, erfolgt das Kommando. Je nachdem wieviele Abzweigungen es noch gibt “Links” oder “Links kehrt” also nach Links umdrehen. Nach Rechts, ganz klar, dann die Rechts-Kommandos.
Nun ist es wichtig, dass die Hunde langsam umdrehen und nicht in den Galopp wechseln. Diese Energie summiert sich schnell und dabei (mal den Schaden an den Hunden zu vernachlässigen) kann schnell die Hauptleine reißen und ich stehe ohne oder nur mit einem Teil der Hunde da. Oder es gehen die Zuggeschirre kaputt – diese werden einfach zerfetzt. Ich denke mir das nicht aus, denn mir ist beides (um genauer zu sein sogar alles drei’s) schon passiert.

Um so länger das Gespann ist, um so schwieriger wird es und um so größer werden die Kräfte, die da herrschen.
Wenn die Hunde diese Kurve nicht kennen, kann das Drumherum-Fahren sehr easy sein. Wissen die Hunde allerdings, dass es hier herum geht (weil man die Strecke öfters fährt) wird es sehr schwierig, die Leithunde und die anderen sturen Affen in der Mitte vom Vorbeilaufen zu überzeugen. Bei 6 Hunden, wie in diesem Video, ist es im Notfall etwas leichter, denn ich kann die Leithunde mit angebremsten Wagen weiter führen. Bei Gespannen, die doppelt so lang oder länger sind, wird es sehr schwer, weil wie schon gesagt die enorme Kraft wirkt und wenn in der Mitte irgendein Hund rumspinnt und im falschen Moment zu stark zieht oder abbiegt, kommt es zur Kettenreaktion und die Sache wird schnell sehr sehr sehr gefährlich und nicht mehr kontrollierbar.
So fasziniert und herausfordernd solch eine Kurve ist, so gefährlich kann diese auch sein. Ich bin jedes Mal voller Adrenalin, denn wenn die Hunde mich beim Führen oder Korrigieren (ich muss dabei mitten im Gespann stehen) umreißen und ich zu Fall komme, kann es sein, dass ich als Nächstes vom Schlitten oder Wagen erwischt werde, der unweigerlich dahinter angerauscht kommt.

Habe ich auch noch verschiedene Einflüsse von außen – wie vereiste Wege oder irgendwelche Knallköpfe, die nicht nachdenken und ihren Hund oder Pferd (mit dem Pferd hatte ich auch schon – hatte ich richtig Glück gehabt, weil die Hunde super reagiert haben – werde ich in einer anderen Story erzählen) an unsere Hunde ran lassen, nur um zu schauen was passiert, dann wird es übelst schwer die Kontrolle zu behalten.

Wenn ihr Lust habt, schreibt mal eure Meinung oder Erlebnisse in die Kommentare weiter unten!

Ich wünsch euch alles Gute, kommt immer gesund nach Hause!
Tschau, Steve.

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